Migrieren in die File-Geodatabase

Unter den verschiedenen Typen von Geodatabases ähneln die File-Geodatabases am meisten den Personal-Geodatabases, da sie für Einzelbenutzer konzipiert sind und keine Unterstützung für die Versionierung bieten. Auch die Arbeitsweise ist bei beiden Typen dieselbe, ganz gleich, ob Sie Daten anzeigen, abfragen oder verarbeiten oder ob Sie Anwendungen entwickeln. Allerdings gibt es auch einige bedeutende Unterschiede. Eine Personal-Geodatabases ist beispielsweise auf 2 GB Speicher begrenzt, wogegen es für File-Geodatabases keine Grenzen gibt, und die SQL-Syntax (Structured Query Language) unterscheidet sich leicht. Wenn Sie mit Personal-Geodatabases vertraut sind und in eine File-Geodatabase migrieren möchten, lernen Sie in diesem Thema die Unterschiede kennen und erhalten eine Einführung.

Eine Einführung dazu, inwiefern sich File-Geodatabases von Personal- und ArcSDE-Geodatabases unterscheiden, finden Sie unter Geodatabase-Typen und Speichern von Raster-Daten in Geodatabases.

Erstellen einer neuen File-Geodatabase

Um eine neue, leere File-Geodatabase zu erstellen, klicken Sie im Inhaltsverzeichnis mit der rechten Maustaste auf einen Dateisystemordner, zeigen Sie auf "Neu", und klicken Sie auf "File-Geodatabase". Weitere Informationen finden Sie unter Erstellen einer File-Geodatabase.

Migrieren vorhandener Daten

Bei File-Geodatabases kann die Speicherung einzelner Datasets mit Konfigurationsschlüsselwörtern angepasst werden. Sie können beim Kopieren und Einfügen oder beim Importieren der Daten ein Schlüsselwort angeben, meist ist jedoch die Standardeinstellung ausreichend. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurationsschlüsselwörter für File-Geodatabases.

Erstellen neuer Datasets

In einer File-Geodatabase erstellen Sie leere Feature-Datasets, Feature-Classes, Raster-Kataloge, Raster-Datasets und Tabellen genauso wie in einer Personal-Geodatabase: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Geodatabase oder das Feature-Dataset, zeigen Sie auf "Neu", und wählen Sie das gewünschte Element. Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Themen:

Erstellen neuer Datasets mit ArcCatalog

Erstellen von Raster-Datasets in einer Geodatabase

Erstellen von Raster-Katalogen in einer Geodatabase

Wenn Sie eine leere Feature-Class oder Tabelle erstellt haben, laden Sie die Daten aus dem Kataloginhaltsverzeichnis. Weitere Informationen finden Sie unter Laden von Daten in vorhandene Feature-Classes und Tabellen und Importieren von Raster-Datasets.

Anders als bei Personal-Geodatabases können Sie bei einer File-Geodatabase optional ein Konfigurationsschlüsselwort festlegen, wenn Sie über das Kataloginhaltsverzeichnis oder über ein Geoverarbeitungswerkzeug neue Feature-Classes, Raster-Kataloge, Raster-Datasets oder Tabellen erstellen. Mit dem Konfigurationsschlüsselwort legen Sie fest, wie Daten gespeichert und aufgerufen werden. Eine Beschreibung der verfügbaren Schlüsselwörter finden Sie unter Konfigurationsschlüsselwörter für File-Geodatabases.

Bearbeiten, Anzeigen und Abfragen von Daten

Datasets in File-Geodatabases werden in ArcCatalog und ArcMap genauso dargestellt wie in Personal-Geodatabases. Auch die Arbeit mit den Datasets ist dieselbe, mit Ausnahme von räumlichen Indizes und SQL-Abfragen, die als Nächstes behandelt werden. Alle Befehle und Werkzeuge, die Datasets aus Personal-Geodatabases als Eingabe annehmen, nehmen auch Datasets aus File-Geodatabases an.

Für den räumlichen Index einer Feature-Class aus einer Personal-Geodatabase wird nur eine Gittergröße verwendet, die nicht geändert werden kann. Für den räumlichen Index einer Feature-Class in einer File-Geodatabase werden bis zu drei Gittergrößen verwendet, die Sie jederzeit ändern können. ArcGIS erstellt den räumlichen Index nach dem Abschluss bestimmter Aktualisierungsoperationen automatisch neu, um den Index und die Gittergrößen stets auf dem optimalen Stand zu halten. In einigen seltenen Fällen müssen Sie jedoch den Index manuell neu berechnen. Weitere Informationen finden Sie unter Festlegen von räumlichen Indizes.

Die Syntax der zum Abfragen von File-Geodatabases verwendeten SQL-WHERE-Klausel entspricht der Syntax für Coverages, Shapefiles und andere dateibasierte Datenquellen, es stehen jedoch einige Zusatzfunktionen zur Verfügung, etwa die Unterstützung für Unterabfragen. Daher unterscheidet sich die Syntax der WHERE-Klausel von Personal-Geodatabases. Die Dialogfelder zum Erstellen von SQL-Ausdrücken in ArcGIS unterstützen Sie dabei, die richtige Syntax für WHERE-Klauseln für die abzufragenden Daten zu finden, indem die Feldnamen und Werte durch die richtigen Trennzeichen getrennt werden. Außerdem werden die richtigen Schlüsselwörter und Operatoren für Sie ausgewählt. Wenn Sie jedoch eine WHERE-Klausel für einen Layer in einer Personal-Geodatabase definiert haben, können Sie die Abfrage für diesen Layer möglicherweise nicht mehr ausführen, wenn Sie die Quelldaten in eine File-Geodatabase verschoben haben. Die folgenden Ursachen können dazu führen, dass eine WHERE-Klausel nicht funktioniert:

Syntax der WHERE-Klausel für eine Personal-Geodatabase

Entsprechende Syntax für eine File-Geodatabase

[STATE_NAME] = 'California'

"STATE_NAME" = 'California'

[OWNER_NAME] LIKE '?atherine smith'

"OWNER_NAME" LIKE '_atherine smith'

[STATE_NAME] = 'california' (wenn nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden werden soll)

LOWER("STATE_NAME") = 'california'

UCASE([LAST_NAME]) = 'JONES'

UPPER("LAST_NAME") = 'JONES'

[DATE_OF_BIRTH] = #06-13-2001 19:30:00#

"DATE_OF_BIRTH" = date '2001-06-13 19:30:00'

Beispiele dafür, wie SQL für eine Personal-Geodatabase geändert werden muss, bevor es in einer File-Geodatabase verwendet werden kann

Ein weiterer Grund, warum eine WHERE-Klausel möglicherweise nicht funktioniert, ist die Tatsache, dass File-Geodatabases nicht so viele Operatoren und Funktionen unterstützen wie Personal-Geodatabases. File-Geodatabases bieten zudem lediglich eingeschränkte Unterstützung für Unterabfragen. Als Ursache für Probleme mit der WHERE-Klausel ist dies allerdings unwahrscheinlich. File-Geodatabases unterstützen einen Großteil der Funktionen für WHERE-Klauseln, die Sie wahrscheinlich benötigen.

Geoverarbeitung

Die Verwendung der Geoverarbeitungswerkzeuge mit File-Geodatabases unterscheidet sich verglichen mit Personal-Geodatabases nur geringfügig:

Komprimieren von Vektordaten

Anders als bei Personal- und ArcSDE-Geodatabases können Sie Vektordaten in File-Geodatabases in einem komprimierten, schreibgeschützten Format speichern, um den Bedarf an Speicherplatz zu reduzieren. Sie können auf die komprimierten Daten direkt zugreifen. Sie müssen die Daten vor dem Aufrufen nicht dekomprimieren: Die Daten können in ArcGIS und ArcReader direkt gelesen werden. Die Daten sehen genauso aus wie im nicht komprimierten Zustand, und Sie können sämtliche Leseoperationen wie gewohnt durchführen, sei es über einen Befehl im Kataloginhaltsverzeichnis, über die Geoverarbeitung oder über ArcObjects. Weitere Informationen finden Sie unter Komprimieren von Daten aus File-Geodatabases.

Migrieren von Anwendungen

Wenn Sie eine ArcObjects-Anwendung erstellt haben und die Daten, auf die diese zugreift, aus einer Personal- in eine File-Geodatabase migrieren möchten, beachten Sie die folgenden Punkte:

Abgesehen von diesen Unterschieden funktioniert ArcObjects bei File-Geodatabases genau wie bei Personal-Geodatabases.

Tipps zur Leistungsoptimierung

Beachten Sie folgende Hinweise, um die Leistung der File-Geodatabase zu erhöhen und möglichst hoch zu halten:

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7/10/2012