Globale Kantenübergänge

Globale Kantenübergänge sind implizit an jedem Übergang zwischen zwei aneinandergrenzenden Kanten in einem Netzwerk-Dataset vorhanden, in dem noch kein Kantenübergang-Feature vorhanden ist. Der Hauptzweck von globalen Kantenübergängen ist das Verbessern von Schätzungen der Fahrzeit, indem Abzüge für Kantenübergangsbewegungen hinzugefügt werden, die noch nicht durch Kantenübergang-Features dargestellt oder eingeschränkt werden.

Das Dialogfeld "Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen"

Ein globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen klassifiziert zunächst Zweikantenübergänge in vier allgemeine Typen von Kantenübergängen: linke, rechte, U-förmige und gerade Kantenübergänge. (Ein U-förmiger Kantenübergang entspricht einer Wende, und ein gerader Kantenübergang ist das Weiterfahren in der gleichen Richtung an einer Kreuzung.) Danach berechnet der Evaluator Abzüge für Übergänge zwischen Kanten auf Grundlage der von Ihnen angegebenen Werte. Wenn Sie z. B. für globale linke Kantenübergänge einen Abzug von 15 Sekunden festlegen, sucht der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen alle aneinandergrenzenden Kanten, bei denen es sich um linke Kantenübergänge handelt, und zieht jeweils 15 Sekunden für sie ab. Der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen kann Hierarchien verwenden, um Kantenübergänge präziser zu klassifizieren und Abzüge zu berechnen. Der Evaluator kann z. B. einen linken Kantenübergang von einer Ortsstraße in eine Nebenstraße erkennen und dafür einen höheren Abzug berechnen als bei einem Kantenübergang zwischen zwei Ortsstraßen.

Globale Kantenübergänge können mit oder ohne die in einem Netzwerk-Dataset vorhandenen Kantenübergang-Features verwendet werden. Normalerweise weisen Kantenübergang-Features genauere Abzüge auf, da jedes Feature ein bestimmtes Kantenübergangsmanöver an einer Kreuzung modelliert. Das Erstellen von Kantenübergang-Features für jeden Kantenübergang oder auch für fast alle Kantenübergänge in einem Netzwerk ist jedoch häufig aufgrund der Menge der möglichen Kantenübergänge nicht sinnvoll. Als Alternative können Sie schnell globale Kantenübergänge einrichten, indem Sie Kantenübergangswinkel für die vier Richtungen von Kantenübergängen definieren und für jeden Kantenübergangstyp Abzüge zuweisen. Beachten Sie dabei, dass globale Kantenübergänge im Allgemeinen nicht so genau sind wie Kantenübergang-Features, da sie allgemein sind und nur Abzüge für Zweikantenübergänge berücksichtigen. Als Kompromiss zwischen Genauigkeit und bequemem Design können Sie Kantenübergang-Features für wichtige Kreuzungen erstellen und einen globalen Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen für die anderen Bereiche eines Netzwerk-Datasets aufrufen.

Die Werte für einen globalen Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen können geändert werden, ohne dass das Netzwerk-Dataset neu berechnet werden muss.

Damit Sie Schemaänderungen vornehmen können (z. B. Ändern der Werte für Abzüge bei Kantenübergängen oder der Kantenübergangswinkel), ist eine exklusive Schemasperre für das Netzwerk-Dataset erforderlich, da zwei Anwendungen (ArcMap und ArcCatalog) im Konflikt zueinander stehende Änderungen vornehmen und das Netzwerk-Dataset beschädigen könnten.

HinweisHinweis:

Da der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen in ArcGIS 9.3 neu hinzugefügt wurde, kann die Verwendung im Netzwerk-Dataset dazu führen, dass dieses in früheren Versionen von ArcGIS nicht mehr verwendet werden kann. Darüber hinaus muss eine verwendete Geodatabase mindestens eine ArcGIS 9.3-Geodatabase sein.

Typen von globalen Kantenübergängen

Gerade, U-förmige, rechte und linke Kantenübergänge

Globale Kantenübergänge werden auf Grundlage ihrer Kantenübergangswinkel in vier Hauptkategorien unterteilt: gerade, U-förmige, rechte und linke Kantenübergänge. Ein Fahrzeug, das eine Kreuzung passiert, muss einen dieser vier Typen von Kantenübergängen ausführen.

Zur Darstellung der Klassifizierung von Kantenübergängen in diese vier Typen geben weiße Pfeile in den Abbildungen unten die Bewegung eines Fahrzeugs an einer Kreuzung an. Das Kreisdiagramm (aus dem Dialogfeld "Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen") ist so ausgerichtet, dass das Fahrzeug eine Kreuzung von der Mitte des roten Bereichs unten im Kreis anfährt. Wenn der Kantenübergangswinkel von einer Kante zu einer anderen Kante das Fahrzeug in Richtung des blauen Bereichs führt, hat das Fahrzeug einen linken Kantenübergang ausgeführt. Wenn der Winkel des Fahrzeugs zum grünen Bereich zeigt, wurde ein gerader Kantenübergang ausgeführt. Gelb und rot geben einen rechten bzw. U-förmigen Kantenübergang an.

Standard-Kantenübergangswinkel

Das Ändern der Winkel, mit denen Kantenübergänge klassifiziert werden, ist möglich. Sie können z. B. das Segment für gerade Kantenübergänge verkleinern und das Segment für U-förmige Kantenübergänge vergrößern. Dies hat auch Auswirkungen auf die Segmente für linke und rechte Kantenübergänge. So werden die Pfeile, die in den Abbildungen oben gerade und rechte Kantenübergänge darstellen, in den Abbildungen unten entsprechend als linke und U-förmige Kantenübergänge neu klassifiziert.

Durch die Änderung von Kantenübergangswinkeln kann sich die Klassifizierung der Kantenübergänge ändern.

Die die Klassifizierung der Kantenübergänge geändert werden kann, sind auch Änderungen der Abzüge für Kantenübergänge möglich. Der ursprüngliche gerade Kantenübergang kann z. B. einen Abzug von nur 2 Sekunden aufweisen, während er nach der Neuklassifizierung als linker Kantenübergang in der zweiten Abbildung einen Abzug von 5 Sekunden aufweisen kann.

Kantenübergänge auf Grundlage von Hierarchien

Die erforderliche Zeit zum Verarbeiten einer Kreuzung ist häufig abhängig von der Menge des Querverkehrs. Darüber hinaus korreliert das Verkehrsaufkommen wahrscheinlich auch mit Straßenhierarchien. Bei einem linken Kantenübergang von einer Ortsstraße auf eine Nebenstraße muss z. B. normalerweise auf eine Lücke im Verkehr oder auf eine Ampel gewartet werden, die das Fahren auf die Nebenstraße ermöglicht. Bei linken Kantenübergängen von Ortsstraßen auf andere Ortsstraßen ist hingegen mit einer geringeren Verzögerung zu rechnen, da weniger Querverkehr vorhanden ist und normalerweise nur die Vorfahrt oder ein Stopp-Zeichen beachtet werden muss.

Wenn das Netzwerk eine Hierarchie verwendet, wird der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen aktiviert, damit Abzüge bei Kantenübergängen genauer modelliert werden können, indem Sie Kantenübergänge danach klassifizieren, ob die zwei Straßen, die durchlaufen werden, Ortsstraßen, Nebenstraßen, Hauptstraßen oder irgendeine Kombination davon sind. Sie können daher auswählen, dass links abbiegen von Ortsstraßen auf Nebenstraßen ein Abzug von 10 Sekunden zugewiesen wird, während links abbiegen zwischen zwei Ortsstraßen einen Abzug von 2 Sekunden erhalten.

Der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen funktioniert nur mit drei Straßenklassentypen, da jede höhere Anzahl zu einer zu hohen Anzahl von Kantenübergangskombinationen führen würde. Aus diesem Grund und da es mehr als drei Ebenen der Hierarchie in einem Netzwerk-Dataset geben kann, erfordert der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen, dass Sie Hierarchien in drei Straßenklassen gruppieren: Ortsstraßen, Nebenstraßen und Hauptstraßen. Sie können Hierarchien gruppieren, indem Sie auf die Schaltfläche Straßenklassen klicken, die sich im Dialogfeld Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen befindet.

Weitere Informationen zum Hierarchienetzwerkattribut

Wenn in Ihrem Netzwerk keine Hierarchien verwendet werden, werden alle Kantenübergänge als Teil der gleichen Straßenklasse betrachtet: Ortsstraßen.

Einheiten für Abzüge bei globalen Kantenübergängen

Abzüge für globale Kantenübergänge werden in Sekunden modelliert. Globale Evaluatoren für Verzögerung bei Kantenübergängen können daher nur mit Netzwerkkostenattributen auf Grundlage von Zeit verwendet werden (z. B. Minuten oder Sekunden).

Sie können die durchschnittliche Dauer in Sekunden schätzen oder messen, die ein Fahrzeug für die unterschiedlichen Kantenübergänge benötigt, und diese Werte den entsprechenden Typen von Kantenübergängen im Dialogfeld "Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen" zuweisen.

Lösen von Netzwerkproblemen mit globalen Kantenübergängen

Wenn ein globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen für ein Kostenattribut definiert wurde, werden immer Abzüge für Kantenübergänge berechnet, wenn Sie dieses Kostenattribut in einem Netzwerkproblem als Impedanz oder akkumuliertes Attribut verwenden.

Kantenübergangswinkel

Mit Kantenübergangswinkeln werden Bewegungen zwischen adjazenten Kanten in gerade, U-förmige, rechte und linke Kantenübergänge klassifiziert. Im Abschnitt "Kantenübergangswinkel" des Dialogfelds "Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen" können Sie gerade und U-förmige Kantenübergangswinkel festlegen. Hierdurch werden implizit auch die rechten und linken Kantenübergänge festgelegt. Für gerade und U-förmige Kantenübergänge lauten die Mindest- und Höchstwerte 0 und 180 Grad. Im Dialogfeld können Sie Kantenübergangswinkel grafisch und numerisch angeben.

Gehen Sie zum Ändern der Kantenübergangswinkel wie folgt vor:

Der Abschnitt "Kantenübergangswinkel" im Dialogfeld "Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen"

Der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen wertet zunächst den Abbiegewinkel und anschließend die Straßenklasse aus. Wenn der Winkel in den Bereich für rechte Kantenübergänge fällt, wird zunächst diese Bestimmung vorgenommen und ggf. die angrenzenden Straßen auf Hierarchien überprüft.

Straßenklassen

Der Abschnitt Straßenklassen im Dialogfeld bezieht sich auf Hierarchien.

Wenn Sie über ein Hierarchienetzwerkattribut im Netzwerk-Dataset verfügen, können Sie mit der Schaltfläche Straßenklassen Hierarchieebenen in drei Straßenklassen gruppieren: Ortsstraßen, Nebenstraßen und Hauptstraßen. Wenn Sie Abzüge für Kantenübergänge auf Straßenklassen basieren möchten, enthält die zweite Tabelle im unteren Bereich des Dialogfeldes über 20 oder mehr Kantenübergangstypen und Abzugswerte. Wenn das Netzwerk-Dataset kein Hierarchieattribut enthält, ist das Kontrollkästchen Nur Kantenübergangskategorien für Ortsstraßen anzeigen standardmäßig aktiviert, sodass Sie nur Abzüge für eine Straßenklasse festlegen müssen. Sie können Nur Kantenübergangskategorien für Ortsstraßen anzeigen auch deaktivieren, um Verzögerungen für andere Straßenklassen festzulegen, so als wäre eine Hierarchie vorhanden. So können Sie den globalen Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen für Hierarchieattribute vorbereiten, die Sie später hinzufügen. Bis zum Hinzufügen eines Hierarchieattributs im Netzwerk-Dataset behandelt der globale Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen alle Straßen als Ortsstraßen.

Sekunden-Tabelle

In der Tabelle unten im Dialogfeld Globaler Evaluator für Verzögerung bei Kantenübergängen werden die Typen von Kantenübergängen und die entsprechenden Impedanzwerte aufgeführt. Diese können bearbeitet werden. Wenn Sie einen einzelnen Wert für eine Abbiegeverzögerung ändern möchten, klicken Sie auf eine Zeile in der Spalte Sekunden, und geben Sie einen Wert ein. Wenn Sie mehrere Werte für Verzögerungen bei Kantenübergängen gleichzeitig ändern möchten, können Sie mehrere Werte auswählen, indem Sie die STRG- oder UMSCHALTTASTE gedrückt haben und auf die Zeilen klicken. Klicken Sie danach in die Spalte Sekunden für eine der ausgewählten Zeilen, und geben Sie einen Wert ein.

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7/10/2012