Hinweise zur Verwendung von UML beim Entwerfen von Geodatabases

ArcGIS unterstützt die Verwendung von CASE-Werkzeugen beim Importieren von UML-Modellen (Unified Modeling Language) für Geodatabase-Entwürfe. Beim Erstellen von UML-Datenmodellen können jedoch nicht alle geographischen Datentypen, Beziehungen und Verhalten dargestellt werden.

UML ist zwar hilfreich beim Dokumentieren der relationalen Aspekte eines Geodatabase-Schemas (z. B. von Tabellen-Layouts und Beziehungen), im Allgemeinen wird jedoch davon abgeraten, ausschließlich UML für den Geodatabase-Entwurf zu verwenden.

UML kann sich beim Entwerfen relationaler Datenbanken durchaus als nützlich erweisen (beispielsweise beim Entwerfen von Schemas, die hauptsächlich Feature-Classes, Attributtabellen und einige andere Geodatabase-Eigenschaften enthalten). UML hat sich jedoch generell als weniger geeignet für das Entwerfen von spezielleren geographischen Elementen wie Topologien, Netzwerke, Terrains, Raster-Kataloge, Karten-Layer, Kartensymbole, Metadaten, kartografische Repräsentationen, semantische Klassifizierungen, Adressen-Locators, Cadastral Fabrics, lineare Referenzierung und Geoverarbeitungsmodelle erwiesen. Mit diesen Datenelementen werden geographische Verhalten und Zuordnungen definiert.

In einem UML-Entwurf kann nicht die gesamte Komplexität der Geodatabase universell dargestellt werden. Wichtiger ist jedoch, dass mit UML-Entwürfen keine speziellen GIS-Erkenntnisse gewonnen werden können. Das Darstellen einer Hierarchie von objektorientierten Klassen, Subclasses und der Vererbung in UML gewährt keine Einblicke, die für das Modellieren der räumlichen Beziehungen der geographischen Daten genutzt werden könnten. Zu diesen Beziehungen zählen beispielsweise die Folgenden:

Häufig lenkt UML Entwickler vom Definieren von Anwendungsfällen ab, anhand derer Sie zentrale geographische Verhalten und räumliche Beziehungen präziser ausdrücken können.

Benutzer-Communitys können sicherlich Möglichkeiten zum Ausdrücken von geographischen Datenelementen in UML erarbeiten. Mit anderen Worten: Sie können viele (jedoch nicht alle) Entwurfsaspekte der Geodatabase mit UML dokumentieren.

Zudem basieren viele relationale Modelle auf UML, und es ist erwünscht, dass GIS-Entwürfe mit den übrigen DBMS-Modellen kompatibel sind. In solchen Fällen können Sie Teile Ihrer Geodatabase-Schemas mit UML freigeben.

Außerdem bevorzugen viele Benutzer UML als eine Möglichkeit, ihre Schemaregeln gemeinsam mit anderen zu verwenden. ArcGIS bietet andere Mechanismen, mit denen die Dokumentation und die gemeinsame Verwendung von Schemas unterstützt werden, beispielsweise mithilfe von Geodatabase-XML.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass UML neben beispielsweise Entity-Relationship-Modellierung nur eine der Methoden darstellt, mit deren Hilfe effektiv relationale und tabellarische Modelle erzeugt werden können. Die Verwendung von UML allein reicht jedoch nicht aus. UML kann die erforderlichen Schritte zum Modellieren von geographischen Daten in GIS nicht ersetzen: das Definieren von räumlichen Verhalten sowie von Anwendungsfällen der räumlichen Beziehungen, die mit der jeweiligen Geodatabase umgesetzt werden sollen. In den Entwurfsschritten, die in diesem Hilfeabschnitt an früherer Stelle beschrieben wurden (siehe Entwurfsschritte für Geodatabases), erhalten Sie Anleitungen zu diesen anderen Aspekten beim Entwerfen von Geodatabases.

Ein hilfreiches Werkzeug zum Dokumentieren von Schemas mit grafischen Repräsentationen wird in Verwenden von Geodatabase Diagrammer beschrieben.


3/6/2012