Modellieren von Feature-Classes

Im Folgenden finden Sie einige nützliche Entwurfstipps für die Modellierung von Feature-Classes für Geodatabases:

Task 1. Entwerfen von Simple-Feature-Classes

Geodatabase enthalten fast ausnahmslos Feature-Classes. Möglicherweise benötigen Sie nur einen einfachen Geodatabase-Entwurf, der lediglich eine Sammlung von Feature-Classes umfasst. Die meisten Benutzer müssen jedoch umfassendere Datenmodelle entwickeln, mit denen erweiterte Geodatabase-Elemente hinzugefügt werden. Die Entscheidung, einen Entwurf mit Simple-Feature-Classes zu erweitern, sollte auf der Grundlage Ihrer Systemanforderungen und Zielen erfolgen. Eine Erweiterung dient dazu, wesentliche GIS-Funktionen und Verhaltensweisen zu unterstützen. In diesem Abschnitt werden viele dieser Feature-Class-Funktionen eingeführt. Zudem werden Sie auf Hilfethemen verwiesen, in denen Sie zu den einzelnen Optionen weitere Informationen erhalten.

Beginnen sie, indem Sie die gemeinsamen Eigenschaften von Simple-Feature-Classes definieren. Diese können bei Bedarf später ergänzt werden. Konzentrieren Sie sich zunächst darauf, die Grundzüge des Entwurfs zu definieren.

Eine Feature-Class ist eine Sammlung von geographischen Features mit demselben Geometrietyp (z. B. Punkt, Linie, Polygon), einem gemeinsamen Satz von Attributspalten und dem gleichen Koordinatensystem.

Beispiel-Feature-Classes in ArcGIS

Feature-Class

Darstellung

Beschreibung

Straßenmittellinien

Linie

Straßenabschnitte an jeder Kreuzung geteilt; enthalten meist Adressbereiche und Netzwerkeigenschaften

Brunnen

Punkt

Bodenarten

Polygon

Weisen meist zahlreiche beschreibende Attribute in verbundenen Tabellen auf

Flurstücke*

Polygon

Topologisch integriert mit Flurstückgrenzen und -ecken

Flurstücksgrenzen*

Linie

Weisen Koordinatengeometrie und Bemaßungsattribute auf; Beteiligung an einer Topologie mit Flurstücken und Flurstückecken

Flurstücksecken*

Punkt

Vermessene Ecken von Flurstücken; Beteiligung an einer Topologie mit Flurstück-Polygonen und -grenzen

Flurstück-Annotation

Annotation

Bieten Textbeschriftungen für Parzellenbemaßungen, Besteuerung und Beschreibung aus dem Bestandsverzeichnis des Grundbuchs

Gebäudegrundrisse

Polygon

Enthält Umrisse von Gebäuden und Bauwerken

Beispiele über in ArcGIS verwendete Feature-Classes

* Das Parcel Fabric-Dataset stellt Flurstücksverhalten und spezielle flurstückbasierte Topologie für diese Feature-Classes bereit.

Wenn Sie die Vorschlagsliste von Feature-Classes erstellt haben, legen Sie für jede Feature-Class Folgendes fest:

Bisweilen laden Sie Feature-Daten unverändert in das GIS. In diesem Fall müssen Sie die folgenden zusätzlichen Entwurf-Tasks möglicherweise nicht ausführen. Wägen Sie jedoch unbedingt die Vorteile ab, die sich beim Hinzufügen weiterer GIS-Funktionen zu den Features in der Geodatabase ergeben. Diese zusätzlichen Funktionen können die Datenverwendung und die Datenverwaltung langfristig erheblich erleichtern. Mit diesen Funktionen können Sie die Integrität der räumlichen Information leichter beibehalten und die Verwendbarkeit von Daten erhöhen. Vor allem aber erhalten Sie ein Bild von der Vertrauenswürdigkeit der Daten in Bezug auf Ihre Anforderungen.

Einige häufige Gründe für die Erweiterung des Datenmodells mit Simple Features:

Task 2: Anordnen in Beziehung stehender Feature-Classes in Feature-Datasets

Verwenden Sie Feature-Datasets, um in räumlichem Bezug stehende Feature-Classes in einem gemeinsamen Dataset anzuordnen. Feature-Datasets sind erforderlich, wenn Sie Folgendes ausführen möchten:

Ein Feature-Dataset ist eine Sammlung von Feature-Classes, die räumlich oder thematisch zueinander in Beziehung stehen und die ein gemeinsames Koordinatensystem aufweisen. Feature-Datasets werden für Feature-Classes verwendet, die an einer gemeinsamen Topologie, einem Netzwerk-Dataset, einem geometrischen Netzwerk oder einem Terrain beteiligt sind.

Feature-Classes mit einem gemeinsamen Thema können in einem einzelnen Feature-Dataset zusammengefasst werden. Benutzer können z. B. über ein Feature-Dataset für Wasser verfügen, das hydrologische Punkte (Dämme, Brücken, Zuläufe usw.), hydrologische Linien (Bäche, Kanäle, Flüsse) und hydrologische Polygone (Seen, Einzugsgebiete usw.) enthält.

In einigen Situationen können Benutzer Feature-Datasets als Ordner verwenden, in denen sie Sammlungen von Simple-Feature-Classes speichern. Dieses Verfahren dient hauptsächlich der Freigabe von Datasets für andere Benutzer. Für die Bearbeitung ist diese Datenstruktur nicht geeignet.

Sie müssen die Tasks 3 und 4 ausführen, um sich für einen endgültigen Entwurf zu entscheiden und so die Feature-Classes festzulegen, die in den einzelnen Feature-Datasets angeordnet werden sollen.

Feature-Datasets spielen eine zentrale Rolle beim Festlegen der Berechtigungen für die Datenbearbeitung. Alle Feature-Classes in einem Feature-Dataset weisen die gleichen Berechtigungen auf. Dies bedeutet, dass Benutzer Berechtigungen für Feature-Datasets festlegen können, um zu bestimmen, welche Organisation oder Gruppe welche Inhalte verwaltet. Wenn für alle Feature-Classes unterschiedliche Berechtigungen festgelegt werden müssen, sollten die Feature-Classes in voneinander getrennten Feature-Datasets (oder Feature-Classes) mit jeweils eigenen Berechtigungseinstellungen angeordnet werden. In solchen Fällen können mit ETL-Vorgängen (Extrahieren, Transformieren, Laden) oder Import- und Exportvorgängen Datenaktualisierungen zwischen den einzelnen Datasets (d. h., zwischen den einzelnen Teams) verschoben werden.

Verwendungszwecke von Feature-Datasets

Mithilfe von Feature-Datasets werden in Beziehung stehende Feature-Classes räumlich oder thematisch integriert. Ihr grundlegender Zweck besteht im Erstellen einer Topologie, eines Netzwerk-Datasets, eines Terrain-Datasets oder eines geometrischen Netzwerks.

Sie müssen Feature-Datasets verwenden, um die Feature-Classes aufzunehmen, die an einer der folgenden Geodatabase-Funktionen beteiligt sind.

Task 3: Hinzufügen von Geodatabase-Elementen, um die Datenbearbeitung zu erleichtern und die Datenintegrität aufrechtzuerhalten

Die Geodatabase enthält einige optionale Datenmodellierungsfunktionen, mit denen dem GIS Integritätsregeln und Bearbeitungsverhalten hinzugefügt werden. Diese Funktionen erleichtern die Automatisierung eines Teils der Datenverwaltung und der Integritätsprüfungen.

Task 4: Hinzufügen von Funktionen für die erweiterte Datenverwendung, Analysemodelle (z. B. Netzwerkanalyse und Geokodierung) sowie erweiterte Kartografie

Mit jedem Dataset können Sie zusätzliche Geodatabase-Funktionen hinzufügen, die die bessere Nutzung des Datasets ermöglichen. Eine Anzahl von Alternativoptionen steht zur Verfügung, die Sie anwenden können, um der Geodatabase Funktionen hinzuzufügen.

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3/6/2012