Funktionsweise von Protokolldateien

ArcGIS Server schreibt Ereignisse, die auf dem Server auftreten, und alle mit diesen Ereignissen verbundenen Fehler in Protokolldateien. Ereignisse, wie z.B. der Start von Services, der Beginn der Nutzung von Services (Serverkontexterstellung) und das Hinzufügen von Computern zum Server, werden in die Protokolle geschrieben. Auch Meldungen auf niedriger Ebene, z. B. Layer-Darstellungszeiten für einen Karten-Service, können in die Protokolle geschrieben werden.

Der ArcGIS Server-SOC-Monitor (ArcSOCMon.exe) ist das zentrale Protokoll-Lese-/Schreibmodul von ArcGIS Server. Eine der Funktionen von ArcSOCMon ist, alle Ereignisse zu protokollieren, die im Server Object Manager (SOM), in den Server Object Containern und (SOCs) den darin enthaltenen Services auftreten.

Die Protokolle sind eigentlich eine Sammlung von Dateien: jeweils zusammengehörige XML- und DAT-Dateien, die sich in jedem Computer im ArcGIS Server-System befinden. Die XML-Dateien enthalten die <log>-Tags, und die DAT-Dateien enthalten die Meldungen, die ständig angehängt werden. Die XML-Datei kann in jedem Programm, das XML darstellen kann, geöffnet werden, um die Meldungen in der DAT-Datei anzuzeigen.

Da die Protokolldateien jetzt über sämtliche ArcGIS Server verteilt werden, kann es schwierig sein, die Protokolldateien manuell einander zuzuordnen und zu lesen. Protokolldateien werden am besten mit den Manager-Anwendungen gelesen. Es ist aber auch möglich, mithilfe der Server-API (ArcObjects) zuzugreifen. Mit beiden Methoden werden die Meldungen chronologisch angeordnet, unabhängig davon, von welchen Rechnern die Dateien stammen.

Ausgegeben werden die Protokolldateien standardmäßig in das Verzeichnis <ArcGIS Server-Installationsverzeichnis>\server\user\log. Bei jedem Neustart von ArcGIS Server werden neue Protokolldateien erstellt. Der Server schreibt so lange Meldungen in diese Protokolldateien, bis die maximale Protokolldateigröße erreicht ist.

Sobald eine Protokolldatei die maximale Größe übersteigt, wird sie abgelegt und eine neue Protokolldatei erstellt. Der Standardprotokollgröße beträgt 10 MB. Sie können diesen Wert ändern und auch die Gesamtanzahl der im Protokollverzeichnis zulässigen Protokolldateien angeben. Diese Einstellungen sind auf der Registerkarte Allgemeinen des Dialogfelds Servereigenschaften in Manager oder ArcCatalog verfügbar.

Protokollmeldungen können in ihrem Schweregrads von Fehler, womit auf ein Problem hingewiesen wird, das ein sofortiges Eingreifen erfordert, bis zu Info:Detailliert reichen, d. h. eine allgemeine Meldung, die durch die normale Verwendung des Servers generiert wird. Der Protokoll-Level bestimmt die Anzahl und die Typen der Meldungen, die in die Datei geschrieben werden. In ArcGIS Server werden folgende Protokoll-Level verwendet:

KeineKeine Protokollierung.

Fehler Ernste Probleme, die ein sofortiges Eingreifen erfordern.

Normal Warnungen vor Problemen, die beachtet werden müssen, und Fehler.

Info:Einfach Allgemeine Verwaltungsmeldungen des Servers, einschließlich Meldungen zur Service-Erstellung. Dieser Level umfasst auch Warnungen und Fehler.

Info:Standard Allgemeine Meldungen, die aus der Verwendung des Servers resultieren und höchstens einmal pro Anforderung protokolliert werden. Dieser Level umfasst auch alle Info:Einfach-Meldungen, Warnungen und Fehler.

Info:Detailliert Häufige Meldungen vom Server, der mehrmals pro Anforderung protokolliert werden können, z. B. der Hinweis, dass jeder Layer eines Karten-Service erfolgreich gezeichnet wurde. Dieser Level umfasst neben Info:Standard- und Info:Einfach-Meldungen auch alle Warnungen und Fehler.

Ausführlich ArcGIS Server-Entwickler können Debugmeldungen mithilfe dieses Levels ausgeben lassen, wenn sie Serverobjekte oder Serverobjekterweiterungen testen, die sie entwickelt haben. Dieser Level umfasst alle Meldungen des Info-Levels, Warnungen und Fehler.

Standardmäßig ist auf dem Server der Protokoll-Level Info:Einfach definiert, das heißt, dass Meldungen mit dem Schweregrad Fehler, Normal und Info:Einfach protokolliert werden. Alle Meldungen mit dem Level Info:Standard oder Info:Detailliert werden nicht protokolliert.

Sie können den Protokollspeicherort, die maximale Protokollgröße und den Protokollierungs-Level jederzeit mit Manager, ArcCatalog oder der Server-API ändern. Alle Änderungen, die Sie vornehmen, werden sofort auf dem Server wirksam.

Falls Sie eine verteilte Installation von ArcGIS Server konfigurieren (bei der die Serverkomponenten auf verschiedenen Computern ausgeführt werden), können Sie das Protokollverzeichnis freigeben und mit einem UNC-Pfad darauf verweisen (z. B. \\myServer\log) oder auf jedem Computer einen lokalen Pfad zum gleichen Verzeichnis verwenden. Sie müssen auch sicherstellen, dass das SOC-Konto für das Protokollverzeichnis über Berechtigungen zum Lesen und Schreiben verfügt.

DetailinformationenDetailinformationen:

Um eine Protokolldatei manuell zu löschen, müssen Sie den Prozess ArcSOCMon.exe auf dem Computer beenden, der die Protokolldatei schreibt. Dies gilt selbst dann, wenn die Protokolldateien an einen freigegebenen Speicherort ausgegeben werden. Der Name der Protokolldatei enthält den Namen des SOC-Computers (dem der Name des SOM-Computers vorausgeht), der die Datei geschrieben hat.

Verwenden der Protokolldateien als Verwaltungswerkzeug

Protokolldateien sind ein wichtiges Werkzeug zum Überwachen und Beheben von Problemen mit dem GIS-Server. GIS-Serveradministratoren überwachen die Serverstatistiken und bestimmen anhand der Statistiken, wann sie die Protokolldateien konsultieren müssen. Die GIS-Serverstatistiken enthalten allgemeine Informationen zum Status des GIS-Servers und dazu, ob Fehler aufgetreten sind. Die Serveradministratoren können über ArcCatalog auf die Statistiken zugreifen.

Administratoren werden sowohl durch die GIS-Serverstatistiken als auch durch die Berichte von Benutzern des Systems mit Fehlern und anderen Problemen im System konfrontiert. Die Protokolldateien stellen die Informationen bereit, um den Fehler zu identifizieren und enthalten Hinweise dazu, was zur Lösung des Problems überprüft werden sollte.

Ein Administrator könnte z. B. die Serverstatistik anzeigen und bemerken, dass einige Fehlern in Verbindung mit der Erstellung neuer Services auf dem Server auftraten. Durch eine genauere Untersuchung der Statistik kann der Problembereich auf einen bestimmten SOC-Computer eingegrenzt werden. Mithilfe der Informationen in der Protokolldatei lässt sich dann bestimmen, welche Fehler protokolliert wurden, und beispielsweise ermitteln, dass der SOC-Computer, auf dem die Fehler aufgetreten sind, keinen Zugriff auf das Ausgabeverzeichnis hatte. Der Administrator kann mithilfe dieser Informationen das Problem mit dem Verzeichniszugriff beheben, und dann anhand der Statistiken und Protokolldateien herausfinden, ob der Fehler wieder auftritt.

Die Protokolldateien umfassen einen Verlauf der Statistiken und Ereignisse, die im Lauf der Zeit auf dem Server auftreten. Die Serverstatistiken werden im Arbeitsspeicher gehalten und stellen Zusammenfassungen der Zeitintervalle seit dem Start des GIS-Servers dar. Je gröber die Granularität dieser Zeitintervalle ist, desto größere Zeiträume werden erfasst. Die Statistiken werden gelöscht, wenn der Server beendet wird. Die Protokolle des GIS-Servers enthalten ein Verzeichnis aller auf dem Server aufgetretenen Ereignisse und werden nicht gelöscht, wenn der Server beendet wird.

Protokolldateien in sicherheitsbezogenen Workflows

Wenn Sie Sicherheitsfunktionen auf dem GIS-Server aktiviert haben, enthalten die Protokollmeldungen ein zusätzliches Tag, das angibt, von welchem Benutzer eine Anforderung stammt. Dies kann Ihnen helfen, die Aktivitäten einzelner Benutzer auf dem GIS-Server zu verfolgen.


3/6/2012