Planen und Berücksichtigen von Benutzern

Die Stärke von ArcGIS Server liegt in seiner Fähigkeit, die GIS-Funktionalität vielen Benutzern an vielen verschiedenen Orten bereitzustellen. Bei der Planung des GIS-Servers sollten Sie versuchen herauszufinden, wie viele Benutzer das System verwenden werden und welche Hardware zur Unterstützung dieser Anzahl von Benutzern erforderlich ist. Sie sollten bei Ihren Entscheidungen auch andere Faktoren berücksichtigen, z. B. ob Lastspitzen auftreten. Wenn nicht die Möglichkeit besteht, weitere Hardware hinzuzufügen, kann möglicherweise eine größere Anzahl von Benutzern bedient werden, indem die Service-Konfigurationen angepasst wird.

Bedienen von Benutzern mit SOC-Computern

Der Server erledigt seine GIS-Aufgaben auf den SOC-Computern (Server Object Container). Bei hoher Arbeitsauslastung sind die CPU-Ressourcen beim SOC im Allgemeinen schneller als beim Server Object Manager (SOM) oder dem Webserver vollständig ausgelastet. Daher ist die Entscheidung, wie viele SOC-Computer bereitgestellt werden, für die Versorgung der Benutzer wichtig.

Um die Anzahl der SOC-Computer festzulegen, müssen Sie die maximale Anzahl von Benutzern berücksichtigen, die gleichzeitig auf einen Service zugreifen müssen. Im Allgemeinen kann eine SOC-CPU vier gleichzeitig aktive Service-Instanzen unterstützen. Das bedeutet, dass bis zu vier Benutzer gleichzeitig etwas mit den Services verarbeiten können. Services, die ausgeführt werden, aber nicht in Gebrauch sind, sollten in dieser Zählung nicht berücksichtigt werden. ArcGIS Server-Entwickler sollten immer Code bereitstellen, mit dem Serverkontexte freigegeben werden, sobald der GIS-Vorgang beendet wird.

Diese Zahl ist nur ein Anhaltspunkt, abhängig von der Komplexität der Vorgänge, welche die Benutzer auf dem Server ausführen, und den Daten, mit denen sie arbeiten, kann die Anzahl der erforderlichen Computer unterschiedlich sein. Sobald das System in Betrieb ist, können Sie mithilfe der Protokolldateien und der Serverstatistik das System weiter skalieren und optimieren. Wenn Sie feststellen, dass die Wartezeit für normale Anforderungen an den SOC während der Spitzenzeiten der Systemauslastung überschritten wird und die CPU-Auslastung 100 Prozent erreicht, könnte das System wahrscheinlich von zusätzlichen CPUs auf der SOC-Ebene profitieren.

Bevor Sie die Leistung des Servers testen oder Schlüsse über die Serverleistung bei hoher Arbeitsbelastung ziehen, stellen Sie sicher, dass Sie den Server so konfiguriert haben, dass bei Web-Services Identitätswechsel pro Anforderung vermieden werden. Lasten von mehr als 25 gleichzeitigen Anforderungen pro Sekunde können möglicherweise dazu führen, dass der Local Security Authority Subsystem Service (lsass.exe) überlastet wird, und dies kann zu einem starken Leistungsabfall führen. Esri Knowledge Base-Artikel 32620 (Windows Server 2003) oder 32622 (Windows XP) erklären, wie diese Situation umgangen wird.

Wenn Sie ausführlichere Richtlinien zum Anpassen der Systemgröße benötigen, schlagen Sie nach im Esri Whitepaper System Design Strategies unter http://www.esri.com/systemdesign.

Berücksichtigen von Benutzern durch Anpassen der Service-Eigenschaften

Wenn es nicht möglich ist, dem System Hardware hinzuzufügen, können Sie möglicherweise trotzdem mehr Benutzer versorgen, indem Sie die Service-Eigenschaften wohl überlegt anpassen.

Alle Services haben z. B. eine Eigenschaft, welche die Höchstzahl der Service-Instanzen darstellt, die gleichzeitig ausgeführt werden können. Als Administrator sollten Sie zu bestimmen versuchen, wie viele Instanzen einer Service-Konfiguration den erwarteten Benutzerbedarf unter Wahrung eines akzeptablen Leistungsniveaus zufrieden stellen kann. Dies ist eine komplexe Bewertung der durchschnittlichen Nutzungsdauer eines Services durch einen Client, der erwarteten Anzahl von Clients, der Häufigkeit von Clientanforderungen und der erforderlichen Verarbeitungsleistung pro Anforderung.

Die Anzahl der Services, die in einer Konfiguration erforderlich sind, lässt sich wahrscheinlich am besten durch einfaches Ausprobieren ermitteln. Wenn die Wartezeiten der Clients zu lang sind oder bei der Verarbeitung der Anforderungen die Wartezeit überschritten wird, müssen Sie möglicherweise die Anzahl der verfügbaren Services oder die Art und Weise, wie Anwendungen diese Services nutzen, anpassen. Nachdem Sie die Anzahl von Services bestimmt haben, die zur Unterstützung der Clients erforderlich sind, sollten Sie die Höchstzahl von Instanzen für diese Konfiguration auf diese Anzahl festlegen. Dies ermöglicht es Ihnen, die verbleibenden Systemressourcen für andere Service-Konfigurationen und die von ihnen unterstützten Clients zu verwenden.

Services haben auch eine Eigenschaft zur Festlegung der Mindestanzahl von Instanzen. Diese Eigenschaft stellt die Anzahl von Services dar, die bereits erstellt wurden und zur Nutzung verfügbar sind. Wenn Sie bezweifeln, dass viele Benutzer gleichzeitig einen in einem Pool befindlichen Service verwenden, sollte Sie eine Reduzierung der Mindestanzahl von Instanzen in Erwägung ziehen. Es steht Ihnen sogar frei, das Minimum auf 0 (Null) Instanzen festzulegen.

Manchmal legen externe Ereignisse die Verwendung eines bestimmten Service nahe. Beispielsweise kann bei einer Anwendung für den Katastrophenschutz im Fall einer Naturkatastrophe eine plötzliche Zunahme an Zugriffen auftreten. Um die ArcGIS Server-Nutzung zu optimieren, kann es möglicherweise sinnvoll sein, die maximale Anzahl von Instanzen dieses Services zu vergrößern, sodass alle verfügbaren Serverressourcen verbraucht werden. Dies ermöglicht es dem Service, die gesamte Konfiguration zu nutzen. ArcGIS Server stellt Funktionen zum Verkleinern des Pools bereit, mit denen die Anzahl von Instanzen weniger frequentierter Service-Konfigurationen automatisch zugunsten der Instanzenzahl von gängigeren Konfigurationen verringert wird.

Weitere Informationen zum Verkleinern des Pools

Sie sollten auch berücksichtigen, über welchen Zeitraum hinweg die Benutzer die Services verwenden. Einige Anforderungen an den Server sind arbeitsintensiver als andere. Eine große Anzahl von einfachen Service-Anforderungen kann den Server möglicherweise ebenso in die Knie zwingen wie eine kleinere Anzahl von arbeitsintensiven Anforderungen. Jeder Service verfügt über eine Eigenschaft zur Festlegung der maximalen Wartezeit und eine Eigenschaft zur Festlegung der maximalen Verwendungszeit. Wenn die Wartezeit von Service-Anforderungen der Benutzer immer wieder überschritten wird, sollten Sie in Betracht ziehen, die maximale Wartezeit oder die Anzahl der verfügbaren Instanzen des Service zu erhöhen.

Sie können anhand der Protokolldateien und der Serverstatistik herausfinden, ob zu viele Anforderungen Wartezeitüberschreitungen verursachen und ob Services über ihre maximale Verwendungszeit hinaus verwendet werden. Sie können mit Manager oder ArcCatalog die Anzahl der verfügbaren Services und die maximale Verwendungszeit für einen Service anpassen.


3/6/2012